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26.08.2008: Stuttgarter Krankenhausbeschäftigte gingen baden

Weil den Krankenhäusern durch die Budgetdeckel der Geldhahn abgedreht wird, mussten in den letzten Jahren bereits hunderte von Kliniken schließen. Und wenn das so weitergehe, „werden weitere Krankenhäuser baden gehen“ so Personalrat Dieter Janßen bei einer Protestaktion von Krankenhausbeschäftigten am 20.8.08 in Stuttgart. Siebzig Kolleginnen und Kollegen aus Stuttgarter Krankenhäuser gingen deshalb in Dienstkleidung symbolisch für mehr Geld und mehr Stellen im städtischen Freibad in Stuttgart-Untertürkheim baden. Mit dabei ein in Ulla Schmidt benanntes aufblasbares Krokodil. Die Gesundheitsministerin hat derzeit nicht nur ver.di sondern auch die Krankenhausträger gegen sich. Sie verlangen unsisono „der Deckel muss weg“. Dafür mobilisieren sie in dem Aktionsbündnis „Rettung der Krankenhäuser“ am 25.9. gemeinsam zu einer bundesweiten Großdemonstration nach Berlin. In ihren Reden vom 3-Meter-Sprungbrett machte Ulrike Hertel von der Mitarbeitervertretung der Stuttgarter Diakonieklinik deutlich, dass die Gesundheitsministerin mit ihrer Politik alle Krankenhausbeschäftigten unter Druck setze und „alle in einer Klinik Tätigen unter der unerträglichen Weise der bisherigen Krankenhausfinanzierung leiden“. Am Ende dieser Kette stünden die Patienten. „Jeder Einzelne soll sorgfältig versorgt und behandelt werden. Geben Sie uns die Zeit und das Geld dies endlich zu tun. Der Deckel muss weg“ forderte Ulrike Hertel von Ulla Schmidt. 
Dieter Janßen, Personalrat am städtischen Klinikum, verwies darauf, dass die Krankenhäuser aufgrund der Budgetdeckel bereits 15 Jahre im Regen stünden. Die Folgen seien „unerträgliche Zustände für Patienten und Beschäftigte. 100.000 Arbeitsplätze seien abgebaut worden, davon 50.000 in der Pflege. Gleichzeitig hätte die Zahl der Patienten um 670.000 zugenommen. Es sei inzwischen wissenschaftlich belegt, dass es „gefährliche Pflege“ gebe. Die Krankenhäuser bräuchten dringend „mehr Geld und mehr Personal ansonsten gehen sowohl die Patienten als auch die Krankenhäuser baden und genau das tun wir jetzt auch“ Mit einem Sprung vom 3-Meter-Brett setzte er den Startpunkt für den Sprung der 70 an den Beckenrändern versammelten Kolleginnen und Kollegen ins 23 Grad kalte Nass. Bei ihrer Aktion am 20.8. kündigten die Krankenhausbeschäftigten an, dass der Widerstand gegen die Unterfinanzierung der Krankenhäuser fortgesetzt werde. Mit einem Sonderzug gehe es am 25.9. zur bundesweiten Großdemonstration nach Berlin. Bei Sonnenschein wären während der Aktion mitten in den Ferien hunderte von Besuchern im Stuttgarter Inselbad gewesen. Die Wolken verhinderten diese angestrebte Öffentlichkeitswirksamkeit. Allerdings stürzten sich die regionalen Medien auf die Aktion und berichteten über alle Kanäle.



Bericht in der Jungen Welt vom 26.08.2008 


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